Das Verbot der Burka (rechts) im öffentlichen Raum ist umstritten. © EB

Das Verbot der Burka (rechts) im öffentlichen Raum ist umstritten.

Kontroverse um Burka-Verbot

bbm / 18. Okt 2016 - Immer mehr Staaten verbieten die Burka im öffentlichen Raum. Umstritten ist, ob ein Verbot Frauenrechte beschneidet oder schützt.

In der Schweiz hat das Parlament in erster Lesung einem Burka-Verbot für den öffentlichen Raum zugestimmt. Bulgarien hat kürzlich ein landesweites Verbot abschliessend beschlossen. Der Tschad hat letztes Jahr als erstes afrikanisches Land das Tragen von Burka und Nikab untersagt.

In Frankreich und Belgien ist seit längerem ein Burka-Verbot in Kraft. In Deutschland schlagen die CDU/CSU-Innenminister der Bundesländer ein Verbot in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens vor. Überall sorgt die Burka für Kontroversen.

Frauen sollen selber entscheiden

Die Gegnerinnen und Gegner eines Verbotes argumentieren, es grenze Musliminnen aus, sei ein Integrationshindernis, spalte die Gesellschaft und fördere die Radikalisierung. Ein Verbot sei antiliberal, weil es Frauen bevormunde, die sich freiwillig für die Burka entscheiden. Ein Verbot betreffe nur wenige Frauen und sei deshalb unnötig.

Frauen sollen alle Rechte verlieren

Die Befürworterinnen eines Verbotes argumentieren, dass die Frage der Freiwilligkeit den Blick verstelle auf eine viel grössere Gefahr für die Frauenrechte. Der fundamentalistische Islam wolle den Rechtsstaat mit religiösen Normen Schritt für Schritt aushöhlen, um ein konservatives Gesellschaftsmodell zu etablieren, das auf der Entrechtung der Frauen basiere. Symbole dafür seien die Burka oder die Weigerung, Frauen die Hand zu geben oder Töchtern die Teilnahme im Schwimmunterricht oder an Klassenfahrten zu erlauben. Der fundamentalistische Islam gefährde längerfristig alle Rechte der Frauen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

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2 Meinungen

Die Irakerin Sabatina James machte folgende Aussage: «In unsern Ländern kämpfen die linken Frauen für Freiheit, weg mit Schleier und Kopftuch. Im Westen kämpfen die linken Frauen für die Rechte, Schleier und Kopftuch tragen zu können. Deshalb werden wir uns nie verstehn"
Beatrice van Altena, am 01. November 2016 um 12:03 Uhr
Fundamentalistische Personen, die nicht bereit sind, sich (einigermassen) an hiessige Gepflogenheiten bzw. die Verfassung halten zu wollen und das mit ihrer Religion oder Kultur begründen, grenzen sich selbst aus!
Toleranz wird zwar heftigst eingefordert, gestern in der ARD-Gesprächsrunde mit Nora Illi wiedermal gehört, aber die eigene Toleranz gegenüber den Gepflogenheiten des Landes, in dem gelebt wird, ist nicht ansatzweise vorhanden. Unbequemes oder Kritisches wurde mt Islamophob abgeschmettert.

Ich bin gegen jegliches System, egal mit welchem Label es ausgestattet ist, das die langwierig erkämpften Frauen- und sonstigen Rechte der Schweiz aushöhlen und gegen Diskriminierungen und/oder. totalitären Zwang austauschen will.
Susanne Maeder, am 08. November 2016 um 16:06 Uhr

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