Kinder schaden Frauen und der Umwelt, sagt Verena Brunschweiger. © iug

Kinder schaden Frauen und der Umwelt, sagt Verena Brunschweiger.

Manifest gegen Mutterschaft

fs / 05. Apr 2019 - Der Staat soll nicht Mütter fördern, sondern kinderfreie Frauen, schreibt eine Gymnasiallehrerin. Die Meinungen gehen diametral auseinander.

Kinder sind für die Umwelt eine grosse Last und benachteiligen Frauen auf vielfältige Weise, schreibt Verena Brunschweiger in ihrem Buch «Kinderfrei statt Kinderlos – ein Manifest». Mit dem Begriff «kinderfrei» bezeichnet sie Frauen, die einen reflektierten Entscheid gegen ein eigenes Kind getroffen haben. «Kinderlos» hingegen sind Frauen, die nicht schwanger werden können, obwohl sie das möchten.

Egoistische Eltern

Einige Thesen der deutschen Autorin:

  • Die meisten Eltern haben eigene Kinder aus egoistischen Gründen. Falls dies nicht der Fall wäre, könnten sie ein Kind adoptieren oder sich um ein Pflegekind kümmern.
  • Frauen lassen sich einreden, dass Kinder zu ihrem Lebensglück gehören. Sie ordnen sich damit den Ansprüchen einer patriarchalen Bevölkerungspolitik unter. Brunschweiger schreibt von «Gehirnwäsche».
  • Die Kosten für Kinder wollen Eltern nicht selber tragen. Sie erwarten, dass Kinderfreie sie finanziell unterstützen.
  • Kinder sind eine grosse Belastung für die Umwelt. Man sollte deshalb darauf verzichten, Kinder auf die Welt zu stellen. Wer es trotzdem tut, sollte vom Staat nicht noch dafür belohnt werden. Im Gegenteil: Der Staat soll kinderfreie Frauen fördern, meint die Gymnasiallehrerin und wirbt für einen Vorschlag der Nachhaltigkeits-Organisation «Club of Rome»: Im Alter von 50 Jahren sollen Frauen ohne Kinder 50’000 Euro für verantwortungsbewusstes Handeln erhalten (57'000 Franken).

Im Netz heftig angegriffen

In Zeitungsinterviews kritisierte Brunschweiger, dass sich nur kinderfreie Frauen für ihre Lebensweise rechtfertigen müssen, aber nicht Mütter. «Die ganze Kultur ist darauf ausgerichtet, Kinder zu wollen», sagte sie im «Kurier». Sie möge zwar Kinder, wolle aber deshalb keines auf die Welt stellen. Für diesen Entscheid wolle sie nicht «gedisst» werden. Brunschweiger hat mit ihren Äusserungen eine Kontroverse ausgelöst. In den sozialen Medien warfen ihr Kritiker Egoismus vor. Ihre Thesen seien menschenfeindlich. Andere pflichteten ihr bei. Mutterschaft müsse nicht das Lebensziel von Frauen sein.

«Regretting Motherhood»

Vor ein paar Jahren gab es schon einmal eine hitzige Debatte über Mutterschaft. Anlass war eine Befragung, welche die Soziologin Orna Donath unter dem Titel «Regretting Motherhood» (Die Mutterschaft bereuen) veröffentlichte. Alle Befragten hatten Kinder. Und alle sagten, diese zu lieben, nicht aber ihre Mutterrolle. Im Nachhinein bereuten sie, Mutter geworden zu sein.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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