Lilianne Ploumen will Frauen in armen Ländern sichere Schwangerschaftsabbrüche ermöglichen. © L1.nl

Lilianne Ploumen will Frauen in armen Ländern sichere Schwangerschaftsabbrüche ermöglichen.

Ministerin fordert Trump heraus

fs / 02. Feb 2017 - Ersatz für gestrichene US-Gelder: Ein Fonds soll sicherstellen, dass Frauen in armen Ländern weiterhin Zugang zu sicheren Abtreibungen haben.

Lilianne Ploumen, Ministerin für Aussenhandel und Entwicklungszusammenarbeit in den Niederlanden, ist die Initiantin des Fonds für sichere Schwangerschaftsabbrüche in armen Ländern. Die Politikerin der Arbeiterpartei (PvdA) reagiert damit auf das Anti-Abtreibungs-Dekret, das der neue US-Präsident Donald Trump erlassen hat. Danach erhalten Hilfsorganisationen, die im Ausland Frauen über Schwangerschaftsabbrüche informieren oder diese durchführen, von den USA künftig keine Entwicklungshilfegelder mehr.

600 Millionen Dollar fehlen

Die niederländische Regierung schätzt, dass in den nächsten vier Jahren rund 600 Millionen Dollar (540 Millionen Euro, 590 Millionen Franken) fehlen werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Fonds soll diesen Ausfall kompensieren. Ploumen: «Ein Abtreibungsverbot führt nicht zu weniger Schwangerschaftsabbrüchen, sondern bloss zu mehr verantwortungslosen Praktiken in Hinterzimmern.» Ploumen sucht nun Geld bei anderen Staaten, Firmen und Organisationen. Mehrere EU-Staaten hätten bereits im Vorfeld ihr Interesse signalisiert, sagte ein Sprecher der niederländischen Regierung.

«Wir können etwas tun»

Seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan ist es üblich, dass Republikaner die Anti-Abtreibungs-Regelung erlassen. Demokratische Präsidenten heben sie jeweils wieder auf. Jetzt hat erstmals eine ausländische Politikerin darauf reagiert. Der Fonds gilt als Kampfansage an Trump. Lilianne Ploumen beende das Ohnmachtsgefühl, das viele seit der Wahl von Donald Trump haben, schreibt «Watson». Ihre Botschaft sei: «Wir können sehr wohl etwas tun.»

«Regierung tötet Frauen»

Die USA sind weltweit der grösste Geldgeber für Gesundheitsprojekte in armen Ländern. Hilfsorganisationen befürchten, dass das Anti-Abtreibungs-Dekret das Leben vieler Frauen gefährdet. Die neue Regierung töte mit ihrer Abtreibungspolitik buchstäblich Frauen, kommentierte Feministin und «Guardian»-Autorin Jessica Valenti. Als Trump das Dekret unterzeichnete, war er umringt von weissen Männern. Auf Twitter kommentierte ein Nutzer diese groteske Situation: «So lange du lebst, wirst du niemals ein Foto von sieben Frauen sehen, die ein Gesetz unterschreiben, das Männern sagt, was sie mit ihren Fortpflanzungsorganen machen dürfen.»

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