Jacinda Ardern gehört zu den fortschrittlichen Politikerinnen, andere sind konservativ. © BBC

Jacinda Ardern gehört zu den fortschrittlichen Politikerinnen, andere sind konservativ.

Obama irrt: Frauen sind nicht die besseren Politikerinnen

fs / 23. Jan 2020 - Barack Obama hält Frauen für die besseren Führungskräfte, weil sie Frauen sind. Diese pauschale Behauptung ist Unsinn.

Der ehemalige US-Präsident sagte kürzlich an einem privaten Anlass zum Thema «Leadership»: «Frauen, ich will, dass ihr wisst, ihr seid nicht perfekt, aber ich kann unbestreitbar sagen, dass ihr besser als wir (Männer) seid.» Für die meisten Probleme auf der Welt seien «alte Männer» verantwortlich, die zu lange an ihren Machtpositionen festhalten. «Wenn in allen Staaten die Machtpositionen von Frauen belegt wären, dann würden wir signifikante Verbesserungen in ziemlich allen Bereichen sehen. Davon bin ich überzeugt», zitierte die BBC Obama.

Auf den katholisch geprägten Philippinen ist die Abtreibung für alle Frauen verboten. Die katholische Kirche kämpft dort sogar gegen Verhütungsmittel und sexuelle Aufklärung, weil beides vorehelichen Verkehr, Untreue und Abtreibungen begünstige. Soeben hat das Oberste Gericht des Landes auf Druck katholischer Organisationen ein Gesetz für drei Monate suspendiert, das den Ärmsten kostenlose oder subventionierte Verhütungsmittel zur Verfügung stellen wollte und Aufklärungsunterricht an Schulen vorsah. Das Oberste Gericht hat am 18. Juni eine Anhörung angeordnet und wird nachher definitiv über die Einführung des Gesetzes entscheiden.

  • In Myanmar wird der Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi Völkermord an den Rohingya vorgeworfen.
  • In Norwegen hat die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsidentin Erna Solberg letztes Jahr erstmals das Abtreibungsrecht eingeschränkt.
  • Die konservative britische Regierungschefin Margaret Thatcher zog in den Falkland-Krieg. In Grossbritannien sorgte sie mit Kürzungen im Sozialbereich dafür, dass viele verarmten. Ähnlich agierte später Theresa May.
  • In Costa Rica hat die katholische Kirche bis heute erfolgreich die Möglichkeit künstlicher Befruchtungen verhindert. Das Entsorgen «überzähliger Embryonen» käme einem «Mord» gleich, erklärten hohe Vertreter der Kirche. Eine Eizelle sei ab dem Zeitpunkt der Befruchtung eine zu schützende Person. Diese Rechtsauffassung hat im Jahr 2000 das Höchstgericht von Costa Rica übernommen und die In-Vitro-Fertilisation IVF verboten. Versuche des Parlaments, Zeugungen im Reagenzglas auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen, scheiterten seither am Widerstand der mächtigen katholischen Kirche.

    Andere Politikerinnen machen eine fortschrittliche Politik:

      Vor kurzem hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die Rechtsauffassung des Höchstgerichtes von Costa Rica gekippt. Costa Rica müsse unfruchtbaren Paaren die Freiheit lassen, die Methode einer künstlichen Befruchtung IVF zu versuchen.

      Laut dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte verletzt der staatliche Schutz jedes Embryos die reproduktive Freiheit unfruchtbarer Paare. Der «Corte Interamericana de Derechos Humanos» wacht über die Einhaltung der Menschenrechte in Nord-, Mittel- und Südamerika. Das Urteil ist nicht anfechtbar. Die Regierung von Costa Rica hat bereits angekündigt, dass sie IVF wieder zulassen werde.

    • In Liberia festigte Ellen Johnson Sirleaf während ihrer Präsidentschaft (2006-2018) nach dem Bürgerkrieg Frieden und Stabilität. Ihr Einsatz für die Sicherheit und die Rechte von Frauen wurde 2011 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.

    Die Beispiele zeigen, dass die Frauen wie die Männer keine einheitliche Gruppe sind und in der Politik die Weltanschauung wichtiger ist als das Geschlecht. Mit seinen pauschalisierenden Aussagen behauptet Obama, dass Frauen von Natur aus anders politisieren als Männer. Damit zementiert er traditionelle Rollenbilder, was Frauen und Männer nicht weiterbringt.

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