Weltweit sind 22 Prozent der Parlamentsmitglieder Frauen. © IPU

Weltweit sind 22 Prozent der Parlamentsmitglieder Frauen.

Quoten begünstigen junge Frauen

bbm / 09. Apr 2015 - In den letzten 20 Jahren hat sich der Frauenanteil in den nationalen Parlamenten fast verdoppelt. Ein Hauptgrund sind Quotenregelungen.

Der Frauenanteil in den nationalen Parlamenten (Unter- und Oberhaus) war Anfang dieses Jahres mit durchschnittlich 22 Prozent so hoch wie nie zuvor. 1995 lag dieser Durchschnitt erst bei 11 Prozent. Dies geht aus den neusten Zahlen der Interparlamentarischen Union (IPU) hervor.

Zielquoten fördern junge Frauen

Die IPU führt den Vormarsch der Frauen hauptsächlich auf Quotenregelungen zurück. Solche gebe es mittlerweile in 120 Ländern. In Bolivien (Frauenanteil: 53 Prozent) und Senegal (42,7 Prozent) beispielsweise gibt es gesetzliche Quotenregelungen. In Ruanda gibt es für das Parlament sogar eine Ergebnisquote von mindestens 30 Prozent. Frauen, welche diese reservierten Sitze gewinnen, sind durchschnittlich wesentlich jünger als diejenigen Frauen, welche nicht reservierte Sitze erobern. Daraus zieht die IPU den Schluss, dass Zielquoten ein gutes Mittel sind, um junge Frauen zu fördern.

Vormarsch verlangsamt

Laut IPU-Generalsekretär Martin Chungong hat sich der Vormarsch der Frauen in den letzten Jahren verlangsamt. Die Stagnation der Frauenanteile im Jahr 2014 könne ein Hinweis darauf sein, dass die Wirkung der Quoten ihren Höhepunkt erreicht habe. Nun seien weitere Massnahmen nötig, um die Frauenanteile weiter zu steigern.

Frauenmehrheit in zwei Ländern

Die IPU-Rangliste über die Frauenanteile im Unterhaus – oder in Einkammersystemen der einzigen Kammer – führt wie bisher Ruanda an. Dort sind Frauen mit fast 64 Prozent in der Mehrheit. Dahinter folgen Bolivien (53 Parlament), Andorra (50 Prozent) und eine Gruppe von 10 Ländern mit Frauenanteilen von über 40 Prozent: Kuba (48,9 Prozent), Seychellen (43,8 Prozent), Schweden (43,6 Prozent), Senegal (42,7 Prozent), Finnland (42,5 Prozent), Ecuador (41,6 Prozent), Südafrika (41,5 Prozent), Island, Namibia (beide 41,3 Prozent) und Spanien (41,1 Prozent).

Deutschland ist mit einem Frauenanteil von 36,5 Prozent auf Rang 21. Noch weiter hinten auf der Rangliste sind Italien (31,0 Prozent), Österreich (30,6 Prozent) und die Schweiz (30,5 Prozent). Diese ist mit Burundi auf Rang 34. Am Schluss der IPU-Rangliste mit den Frauenanteilen in den Parlamenten von 190 Ländern sind arabische und pazifische Staaten.

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keine

Weiterführende Informationen

Rangliste der Interparlamentarischen Union vom 1. Januar 2015

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