Aus dem Frauenmarsch ist eine politische Bewegung geworden. © Kisha Bai

Aus dem Frauenmarsch ist eine politische Bewegung geworden.

«So etwas haben wir noch nie erlebt»

fs / 23. Nov 2017 - In den USA kandidieren im Hinblick auf kommende Wahlen viel mehr Frauen für politische Ämter. Und es gibt bereits erste Erfolge.

Für die Parlamentswahlen von Anfang November in den US-Bundesstaaten Virginia und New Jersey kandidierten seit langem nicht mehr so viele Frauen. In Virginia stieg der Frauenanteil im Parlament von 17 auf das Rekordhoch von 29 Prozent. Auch bei lokalen Wahlen waren Kandidatinnen, überwiegend der demokratischen Partei, erfolgreich. «Diese Siege sind wunderbar», sagte Toni Van Pelt, Präsidentin der «National Organization for Women» (NOW), gegenüber CNN. «Sie zeigen allen im Land, dass Frauen aufstehen und zusammenstehen.»

Rekordhoch bei Kandidatinnen

Im Hinblick auf die nationalen Zwischenwahlen in knapp einem Jahr zeichnet sich eine Rekordzahl von Kandidatinnen ab. Das Aktionskomitee «Emily’s List», das landesweit demokratische Kandidatinnen im Wahlkampf finanziell und organisatorisch unterstützt, hatte zu diesem Zeitpunkt früher jeweils rund 1000 interessierte Frauen registriert. Jetzt sind es bereits über 20'500. Ein grosser Teil der Frauen will erstmals für ein politisches Amt kandidieren.

Unterstützung für aussichtsreiche Kandidatinnen

Präsidentin Stephanie Schriock sagte «CNN», 30 Jahre lang habe das Komitee versucht, Frauen «an Küchentischen» für eine Kandidatur zu motivieren. Jetzt kommen sie zu Tausenden von sich aus. Schriock: «So etwas haben wir noch nie erlebt.» Kandidaturen empfiehlt «Emily’s List» nur in Wahlkreisen, wo sie aussichtsreich sind. Von den 20'500 Namen auf der Liste werden deshalb nicht alle ab dem nächstem März in Vor- und Hauptwahlen antreten.

Trump als Motivation

Viele Frauen rüttelte die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten auf. «Diese Wahl hat mir gezeigt, dass offenbar alle gewählt werden können, sprichwörtlich alle», sagte Shireen Ghorbani dem «Time»-Magazine. Die 36-Jährige kandidiert in Utah für einen Sitz im Parlament. Nach der Vereidigung von Donald Trump Anfang dieses Jahres gingen Hunderttausende aus Protest auf die Strasse. Aus dem Frauenmarsch ist mittlerweile eine politische Bewegung geworden. Aktivistinnen haben landesweit unzählige Organisationen gegründet, deren einziges Ziel es ist, Kandidatinnen bei Wahlen zu unterstützen. Die Frauenmarsch-Bewegung gilt als eine der Hauptgründe dafür, dass viele Frauen sich entschlossen haben, für ein politisches Amt zu kandidieren. Linda Sarsour, eine der Organisatorinnen des Frauenmarsches, sagt: «Wir müssen 2018 gewinnen.»

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