Meral Danis Bestas sagt, der Angriff auf die Gleichberechtigung werde erfolglos bleiben. © imc tv

Meral Danis Bestas sagt, der Angriff auf die Gleichberechtigung werde erfolglos bleiben.

Türkei entmachtet Kurdinnen

fs / 12. Jan 2017 - Die türkische Regierung beschneidet in den Kurdengebieten die Rechte von Frauen. Der Angriff auf die Gleichberechtigung werde erfolglos bleiben, meint eine Politikerin.

Die Gleichstellung in allen Bereichen ist ein zentrales Anliegen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan habe sie schon früh propagiert und damit den Grundstein für die Veränderung der patriarchalen Gesellschaft gelegt, berichtet die «New York Times». Entsprechend fortgeschritten seien die Frauenrechte heute in den Kurdengebieten der Türkei.

Organisierte und bewaffnete Frauen

Als wichtigste Errungenschaften gelten die Co-Führungen in politischen Ämtern und Gremien, Quoten für Wahllisten, die alleinige Entscheidungskompetenz von Frauen in Frauenangelegenheiten und die Gleichberechtigung in der kurdischen Guerilla. Für die kurdische Autorin Arzu Demir ist diese der wichtigste Faktor für den Erfolg der Gleichstellungspolitik. In einer patriarchalen Gesellschaft würden organisierte und bewaffnete Frauen Männern Angst machen.

Doppelspitzen abgesetzt

Nach dem gescheiterten Putsch hat die türkische Zentralregierung kurdische Politikerinnen und Politiker verhaftet und in den kurdischen Städten und Gemeinden männliche Verwalter eingesetzt. Diese setzten als erstes die Doppelspitzen in der Politik ab und schlossen die Frauenzentren. Dort konnten kurdische Frauen sich über Männer beschweren und beraten lassen. Gestrichen wurde auch das Recht von geschlagenen Frauen, den Lohn ihres Peinigers zu erhalten.

Unveränderbare Grundhaltung

Meral Danis Bestas, kurdische Abgeordnete in Adana, sagte der «New York Times», die türkische Regierung könne zwar konkrete Errungenschaften der Frauen in den Kurdengebieten der Türkei rückgängig machen. Es werde ihr aber nicht gelingen, die Grundhaltung der Kurdinnen und Kurden zu ändern. «Dieser Angriff ist nicht machtvoll genug, um unsere Grundsätze zu ändern.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.