Schauspielerin Emma Watson hat die Uno-Kampagne «HeForShe» kürzlich lanciert. © UN Women

Schauspielerin Emma Watson hat die Uno-Kampagne «HeForShe» kürzlich lanciert.

Uno-Gleichstellungskonferenz nun doch mit Frauen

bbm / 15. Okt 2014 - An einer Uno-Konferenz über Frauenrechte sollten nur Männer teilnehmen. Nun krebsen die organisierenden Länder zurück.

Die Konferenz ist Teil der «HeForShe»-Kampagne der Uno, die Männer und Jungen in den Kampf für Gleichberechtigung einbinden soll. Die organisierenden Länder Island und Surinam wollen nun auch Frauen an die Gleichstellungskonferenz einladen, aber nicht zu allen Veranstaltungen, berichtet «Newsweek». Die beiden Länder reagieren damit auf die Kritik an der Ankündigung des isländischen Aussenministers Gunnar Bragi Sveinsson, nur Männer und Jungen einzuladen. Männer seien Teil des Problems und müssten deshalb auch Teil der Lösung sein. Inhaltlicher Schwerpunkt des Treffens, das Anfang 2015 in New York stattfindet, wird Gewalt gegen Frauen sein.

«Frauen wollen für sich sprechen»

Frauen hätten jahrelang dafür gekämpft, an internationalen Konferenzen und Verhandlungen teilnehmen zu können und angemessen vertreten zu sein, sagten Kritikerinnen einer reinen Männer-Konferenz. Frauen von einer Uno-Konferenz über Frauenrechte auszuschliessen, sei ein nicht akzeptabler Rückschritt. Dyan Mazurana, Politologin an der privaten Tufts University (USA), sagte, der Vorschlag des isländischen Aussenministers zeuge von mangelndem Problembewusstsein: «Wir Frauen wollen nicht, dass über uns gesprochen wird. Wir wollen selber für uns sprechen.» Die Uno habe eine «lange und beschämende» Geschichte von reinen Männer-Konferenzen über Frauenrechte. «Das ist inakzeptabel.» Zuletzt nahmen Anfang dieses Jahres an der Syrien-Konferenz der Uno in Genf nur wenige Frauen teil. An den eigentlichen Verhandlungen über eine Beendigung des Bürgerkrieges war keine Frau mehr dabei, was zu heftigen Protesten geführt hatte.

Dialog fördern

Gary Barker, Mitglied des Uno-Männernetzwerkes gegen häusliche Gewalt, sagte, es brauche kein weiteres Treffen, das die Macht der Männer zementiere. Es gehe vielmehr darum, diese aufzubrechen. Henry Mac Donald, ständiger Vertreter von Surinam bei der Uno, erwiderte, es gehe nicht darum, Frauen auszuschliessen. Ziel sei es, dass Männer untereinander diskutieren, wie Gewalt gegen Frauen gestoppt werden könnte. Greta Gunnarsdottir, Vertreterin Islands bei der Uno, meinte, Veranstaltungen nur für Männer seien ein «Experiment» mit dem Ziel, mehr Männer für Frauenrechte zu sensibilisieren: «Wir müssen einen Weg finden, um Männer und Jungen einzubeziehen.»

20 Jahre Frauenkonferenz Peking

Die Uno-Gleichstellungskonferenz findet im Januar 2015 in New York statt. Einladende Länder sind Island und Surinam. Auf der Gleichstellungsrangliste des WEF ist Island an der Spitze und Surinam gehört zu den Schlusslichtern. Die Gleichstellungskonferenz gehört zu den Veranstaltungen, welche im kommenden Jahr zum 20. Jahrestag der Konferenz über Frauenrechte in Peking (1995) stattfinden werden.

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Eine Meinung

Natürlich kann es nicht angehen, dass Frauen von dieser Konferenz ausgeschlossen werden. Wenn Männer allein über Gewalt gegen Frauen diskutieren wollen, ist das eine ganz andere Sache. Das muss erstmal auf einer Art Selbsterfahrungs-Ebene laufen, mit leitenden Psychologen. Natürlich für ALLE Männer, die interessiert sind, nicht nur für Delegierte, und nicht nur für Täter oder Männer, die sich irgendwie als potentielle Täter fühlen. Ich kenne Leiter von solchen Gruppen auf lokaler Ebene, die auch mal erzählen (ohne Namen natürlich), was für starke Probleme Männer mit Frauen haben.
Bei der Konferenz 1915 geht es aber um Maßnahmen, das ist ein Thema für alle: Männer, Frauen, Transsexuelle und und und...
Ich würde gern mehr über die Organisation dieser Konferenz erfahren.
Doris
Doris Digeser, am 17. Oktober 2014 um 21:05 Uhr

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