Neu im französischen Parlament: Amal Lakrafi, Aude Amadou, Stéphanie Rist, Natalia Pouzyreff. © EM

Neu im französischen Parlament: Amal Lakrafi, Aude Amadou, Stéphanie Rist, Natalia Pouzyreff.

Vormarsch der Frauen in Parlamenten

fs / 23. Jun 2017 - Die aktuellen Wahlen in nationale Parlamente haben Frauen Rekordanteile beschert. Von der Parität sind sie allerdings fast überall noch weit entfernt.

In Frankreich wurde der bisherige Rekord deutlich gebrochen. Neu sind 224 der 577 Abgeordneten Frauen. Das sind fast 39 Prozent. Der bisherige Rekordanteil lag bei 27 Prozent in der letzten Legislatur, berichtet «Le Monde».

Grund für den Vormarsch der Frauen ist die Partei «La République en marche» von Präsident Emmanuel Macron. Sie entsendet fast zur Hälfte Frauen in die neue Nationalversammlung. Bei der Linkspartei liegt der Frauenanteil bei 41 Prozent, bei den Sozialisten bei 38 Prozent, beim rechten Front National bei 25 und bei den konservativen Republikanern bei nur 23 Prozent.

Frauenquote für Wahllisten

Der Vormarsch der Frauen gilt als überraschend. Bei den Kandidaturen lag der Frauenanteil bei 42 Prozent und war damit nur unwesentlich höher als bei den zwei letzten nationalen Wahlen. Den höchsten Frauenanteil bei den Kandidaturen hatte die Partei von Präsident Macron mit gut 50 Prozent vor dem Front National mit 49 Prozent. Vor der Wahl hatte der nationale Gleichstellungsrat kritisiert, dass die meisten Parteien nach wie vor lieber eine Geldbusse zahlen, als die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 50 Prozent auf den Wahllisten einzuhalten.

Rekord auch in Grossbritannien

In Grossbritannien haben Frauen seit den Neuwahlen 208 der 650 Sitze inne. Damit ist der Frauenanteil auf der Rekordhöhe von 32 Prozent. Bei der letzten Wahl vor zwei Jahren wurden 191 Frauen gewählt. Unmittelbar vor der aktuellen Wahl sassen dann 196 Frauen im Parlament. Auch bei den Kandidaturen war der Frauenanteil mit fast 30 Prozent auf Rekordhöhe.

Die Unterschiede zwischen den Parteien sind gross. Bei Labour beträgt der Frauenanteil bei den Gewählten 45 Prozent, bei den Konservativen nur 21 Prozent. Der neu gegründeten feministischen Partei «Women’s Equality Party» gelang es nicht, einen Sitz zu erobern. Allerdings benachteiligt das britische Wahlrecht kleine Parteien.

Ruanda an der Spitze

Im internationalen Verglich hat Frankreich einen grossen Sprung von Rang 63 auf Rang 16 gemacht. Dies zeigt die Statistik der Interparlamentarischen Union (IPU) über die Frauenanteile im Unterhaus nach nationalen Wahlen. Grossbritannien ist von Rang 46 auf Rang 40 vorgestossen.

An der Spitze der IPU-Rangliste steht seit Jahren Ruanda, in dessen Parlament Frauen mit über 60 Prozent der Sitze klar die Mehrheit haben. Dahinter folgen Bolivien, Kuba und Island. Deutschland liegt auf Rang 23 (Frauenanteil 37 Prozent), die Schweiz auf Rang 37 (32 Prozent), Italien und Österreich auf Rang 44 (je 31 Prozent) und Liechtenstein auf Rang 149 (12 Prozent).

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