Redouane Ahrouch schaute Moderatorin Emmanuelle Praet nicht an, wenn sie mit ihm sprach. © rtl-tv

Redouane Ahrouch schaute Moderatorin Emmanuelle Praet nicht an, wenn sie mit ihm sprach.

Wahlschlappe für Handschlag-Verweigerer

fs / 25. Okt 2018 - Scharia, Geschlechtertrennung, Polygamie, Kinderehe, Abtreibungsverbot: Davon will man in Belgien nichts wissen.

Bei den Gemeindewahlen in Belgien hat die Partei «ISLAM» kürzlich ihre beiden einzigen Sitze verloren, berichten belgische Medien. In 28 Gemeinden waren Kandidaten angetreten. Alle scheiterten.

Polygamie und Geschlechtertrennung

«ISLAM» steht als Abkürzung für «Integrität, Solidarität, Freiheit, Authentizität, Moral». Die Partei war 2012 gegründet worden und hatte auf Anhieb je einen Sitz in den Gemeinden Anderlecht und Molenbeek erobert. Die Parteigründer rechneten mit weiteren Erfolgen, weil der muslimische Bevölkerungsanteil in Belgien weiter wachsen werde. Ziel der Partei ist eine «islamistische Demokratie» mit Scharia statt Zivil- und Strafgesetzbuch, Polygamie, Kinderehe, Geschlechtertrennung im öffentlichen Raum, Verbot der Abtreibung, höheren Hürden für Scheidungen. Männer und Frauen sollen einander nicht anschauen und nicht die Hand geben.

Parteigründer demütigt Journalistin

Redouane Ahrouch, Mitgründer der Partei und bis vor den Wahlen Gemeinderat in Anderlecht, hatte im Frühjahr für landesweite Empörung gesorgt, als er vor einer Sendung des französischsprachigen TV-Senders RTL es ablehnte, sich von einer Frau schminken zu lassen. Moderatorin Emmanuelle Praet gab er die Hand nicht und während der Sendung vermied er den Blickkontakt mit allen anwesenden Frauen. Praet sagte nach der Sendung, dass sie sich noch nie in ihrem Leben so «gedemütigt und beleidigt» gefühlt habe. «Ich fühlte mich weniger als nichts und was mir Angst macht ist, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass es ein Spiel war.»

Keine Einbürgerung für Handschlag-Verweigerer

In der Schweiz hat die Stadt Lausanne im Sommer einem muslimischen Paar die Einbürgerung verweigert, weil die beiden beim Einbürgerungsgespräch Behördenmitgliedern des anderen Geschlechts die Hand nicht geben wollten. Zudem wollten sie Fragen des anderen Geschlechts nicht beantworten. Stadtrat Pierre-Antoine Hildebrand (FDP), der für die Einbürgerungen verantwortlich ist, sagte laut «Tages-Anzeiger», die in der Schweizer Verfassung verankerte Gleichstellung stehe über dem «Fanatismus». Der Entscheid sorgte weltweit für Aufsehen. Die niederländisch-amerikanische Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali twitterte: «Ich applaudiere den Schweizer Behörden, dass sie sich für die Rechte der Frauen einsetzen, indem sie auf dem Händeschütteln zwischen den Geschlechtern beharren.»

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Eine Meinung

Ich finde es sehr beängstigend, wenn Menschen muslimischen Glaubens mit solchen Ambitionen in unsere Parlamente gewählt werden. Horrorvorstellung für uns Frauen
Beatrice van Altena, am 01. November 2018 um 14:13 Uhr

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