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Vor einem Abstrich der Gebärmutter. © srf

Gebärmutterhalskrebs-Test alle fünf Jahre genügt

fs /  Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sollen gesunde Frauen weniger häufig zur Untersuchung. Dies empfiehlt ein US-Fachgremium.

Die «US Preventive Services Task Force» ist eine Expertenkommission, welche die US-Regierung berät. Sie hat 14 Studien mit fast einer Million Teilnehmerinnen ausgewertet und ihr Fazit in der Fachzeitschrift «Journal of the American Medical Association» (Jama) veröffentlicht.

Bessere Früherkennungsmethode
Die wichtigsten Empfehlungen:

  • Für gesunde Frauen von 30 bis 65 ist der Test auf Humane Papilloma-Viren (HPV) die zuverlässigere Früherkennungsmethode. Er erkennt Krebsvorstufen besser als der bisherige Pap-Test, der Zellveränderungen sucht. Ein HPV-Test alle fünf Jahre genügt. Ein zusätzlicher Pap-Test ist nicht nötig.
  • Gesunde Frauen von 21 bis 30 sollen alle drei Jahre nur den Pap-Test machen, da der HPV-Test bei ihnen zu viele auffällige («falsch-positive») Resultate liefert. Jüngere infizieren sich bei ihren ersten sexuellen Kontakten oft mit HPV. Doch ihr Immunsystem bekämpft die Viren meist erfolgreich.

HPV-Test ohne Pap-Test
Die Fachkommission empfiehlt gesunden Frauen ab 30 erstmals den HPV-Test ohne zusätzlichen Pap-Test. Grund dafür sei die Erkenntnis, dass Gebärmutterhalskrebs grundsätzlich durch HP-Viren ausgelöst wird, schreibt das «Deutsche Ärzteblatt». Als weitere Möglichkeiten empfiehlt die Kommission alle fünf Jahre zusätzlich zum HPV-Test einen Pap-Test. Oder alle drei Jahre nur einen Pap-Test.
Zum HPV-Test für gesunde Frauen ab 30 hatte die Fachkommission erstmals mit ihrer letzten Empfehlung 2012 geraten, allerdings in Kombination mit einem Pap-Test. Zwei Jahre später hielt die US-Arzneimittelbehörde FDA diese Empfehlung für überholt und liess erstmals einen HPV-Test ohne Pap-Test zu. Die FDA war damit drei Jahre vor der Fachkommission zum gleichen Fazit gekommen.

Zwei verschiedene Tests
Beim Pap-Test entnimmt die Ärztin einige Zellen des Gebärmutterhalses und lässt im Labor untersuchen, ob Zellen verändert sind. Dies deutet in seltenen Fällen auf eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs hin. Meistens handelt es sich jedoch um eine harmlose Entzündung oder Reizung, die von selber heilt. Für den HPV-Test wird untersucht, ob im Abstrich HP-Viren nachzuweisen sind. Diese können in seltenen Fällen zu Gebärmutterhalskrebs führen. Mit dem HPV-Test können einige Typen des Virus nachgewiesen werden.

Alleiniger HPV-Test keine Option
In der Schweiz bezahlt die Krankenkasse gesunden Frauen alle drei Jahre einen Pap-Test. Den teureren HPV-Test müssen Frauen selber berappen. Vor drei Jahren stellte eine Erhebung des «Bundesamtes für Gesundheit» fest, dass eine grosse Mehrheit der Frauen den Pap-Test trotzdem wie früher jährlich machen lässt. Das führe jährlich zu rund einer Million unnötiger Abstriche.

Wie in der Schweiz gibt es auch in Deutschland keine Option für einen alleinigen HPV-Test. Voraussichtlich Ende dieses Jahres wird der HPV-Test in Kombination mit dem Pap-Test zur Kassenleistung für gesunde Frauen ab 35 Jahren. Jüngere Frauen können jedes Jahr einen Pap-Test in Anspruch nehmen.


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