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Frauen sollen maximal ein Kind haben, fordern Zukunftsforscher. © pab

Kinderlose Frauen belohnen

/  Kinderlose Frauen sollen eine Prämie von zehntausenden Dollar erhalten. Dies schlagen renommierte Wissenschaftler vor.

Der «Club of Rome» kritisiert seit Jahrzehnten das ungebremste Wachstum und fordert eine nachhaltige Entwicklung zum Schutz der Erde. Zwei renommierte Zukunftsforscher haben nun zuhanden dieser Vereinigung Vorschläge gemacht, wie reiche Industrienationen ihre Volkswirtschaften umbauen und mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Erwerbslosigkeit und Klimawandel bekämpfen können.

Prämie für Kinderlose
Zu den Vorschlägen des norwegischen Zukunftsforschers Jørgen Randers und des britischen Ökonomen Graeme Maxton gehört ein finanzieller Anreiz, damit Frauen in reichen Industrienationen weniger Kinder bekommen. Frauen, die kein oder nur ein Kind haben, sollen zu ihrem 50. Geburtstag einen «Bonus von 80’000 Dollar» erhalten (71’000 Euro, 78’000 Franken). Heute sind die Anreize in den meisten Ländern umgekehrt: Steuervorteile und Subventionen sollen die Geburtenrate erhöhen.

«Strittige Massnahme»
Laut den beiden Wissenschaftlern ist die Verdoppelung der Weltbevölkerung in den letzten 50 Jahren der Hauptgrund für die fortschreitende Zerstörung der Erde. Ihrer Ansicht nach ist es schwierig, existierende Menschen zu überzeugen, sich einzuschränken. Hingegen könne man mit einem finanziellen Anreiz das Wachstum der Bevölkerung bremsen oder ins Negative kehren. Ihren Vorschlag einer Prämie für Kinderlose bezeichnen sie selber als «besonders unkonventionelle – und möglicherweise strittige – Massnahme». Trotzdem sei es nötig, «wenigstens darüber nachzudenken». Die Gesellschaft dürfe nicht «in Angst vor Veränderung verharren».

Unbezahlte Arbeit bezahlen
Um die Renten zu sichern, schlagen die Forscher vor, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben. Gleichzeitig soll die Jahresarbeitszeit verkürzt werden, damit mehr Menschen der erwerbsfähigen Bevölkerung auch eine Erwerbsarbeit haben. Weiter schlagen die Zukunftsforscher vor, dass aus unbezahlter Arbeit bezahlte Arbeit wird. Wer zum Beispiel Angehörige pflegt, soll dafür bezahlt werden.


Jorgen Randers, Graeme Maxton, «Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen», oekom Verlag, München 2016, ISBN: 978-3-86581-810-2, Preis: EUR 23.–/CHF 32.–.


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