Foto aus dem Ikea-Katalog ohne Frauen für ultraorthodoxe Juden. © ika/Israel

Foto aus dem Ikea-Katalog ohne Frauen für ultraorthodoxe Juden.

Katalog ohne Frauen: Konzern entschuldigt sich

fs / 23. Feb 2017 - Ein Weltkonzern veröffentlicht nicht zum ersten Mal einen Katalog ohne Frauen, um fundamentalistische Kunden zu gewinnen. Nun krebst er zurück.

In Israel hat der Ableger des schwedischen Möbel-Konzerns Ikea sich dafür entschuldigt, dass er einen Katalog veröffentlichte, in dem ausschliesslich Männer und Jungen zu sehen sind. Die Broschüre entspreche nicht dem wofür Ikea stehe. «Wir entschuldigen uns dafür.» Zielpublikum der Spezialausgabe des regulären Katalogs waren ultraorthodoxe Juden.

Gängige Praxis

Etwa 10 Prozent der israelischen Bevölkerung sind fundamentalistische Juden. Sie leben nach strengem jüdischen Glauben und vertreten eine strikte Geschlechtertrennung. Jüdisch-orthodoxe Medien veröffentlichen deshalb grundsätzlich nur Bilder ohne Frauen. Die Zeitung «Jom Lejom» entfernte sogar die Ministerinnen Israels aus dem offiziellen Foto der Regierung.

Betroffen sind auch prominente Frauen aus dem Ausland. So löschte die Zeitung «Hamewaser» die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere Politikerinnen aus dem Foto des Gedenkmarsches gegen den Terror in Paris.

In den letzten Jahren hat sich die Praxis, Frauen aus Fotos zu entfernen, auch auf Werbeplakate und Werbekataloge ausgeweitet. Die Fundamentalisten drohen Unternehmen mit Boykott, falls sie Plakate und Kataloge mit Frauen veröffentlichen.

Wiederholungstäter Ikea

Ikea hat nicht zum ersten Mal einen Katalog ohne Frauen veröffentlicht. Bereits vor fünf Jahren hat ein solcher Katalog für Saudi-Arabien weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals schob Ikea die Verantwortung zunächst an ein saudisches Franchise-Unternehmen ausserhalb der Ikea-Gruppe ab. Saudi-Arabien sprach darauf von «Rufschädigung». Die saudischen Behörden hätten das Löschen der Frauen nicht verlangt. Schliesslich musste Ikea zugeben, einen Fehler gemacht zu haben.

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