Katholikinnen fordern seit langem die Weihe von Frauen zu Priesterinnen. © woc

Katholikinnen fordern seit langem die Weihe von Frauen zu Priesterinnen.

«Schwache Argumente gegen Priesterinnen»

fs / 23. Jun 2017 - Die katholische Kirche schliesst aufgrund ihrer Autorität und nicht aufgrund guter Argumente Frauen vom Priesteramt aus, sagt ein Theologe. Er fordert ein Umdenken.

«Keine freie Wahl»

Die katholische Kirche schliesst Frauen einzig «aufgrund ihres Geschlechts, das sie sich nicht ausgesucht haben, vom ordinierten Amt aus», schreibt der Theologe In einem Beitrag für die «Herder Korrespondenz». Fehlende andere überzeugende Gründe könne man aber nicht einfach durch den Einsatz kirchlicher Autorität ersetzen. «Die Argumente gegen die Frauenordination wirken auf mich konstruiert und wenig überzeugend. Mit so schwachen Argumenten kann man keine derart restriktive Praxis rechtfertigen.» Der Ausschluss der Frauen von der Weihe sei viel problematischer als der Pflichtzölibat. Die Entscheidung, ehelos zu leben, könne jeder selber treffen. Frauen hingegen könnten ihr Geschlecht nicht frei wählen.

Kein Dogma

Papst Johannes Paul II. habe seine Entscheidung gegen die Weihe von Frauen weder als Dogma noch als unfehlbar deklariert, schreibt Seewald. Weitere Debatten dürften deshalb kein Tabu sein. Der Theologe verweist auf den Priestermangel. 2015 habe es in Deutschland nur 51 Priesterweihen gegeben. In dieser Situation müsse es «doch einen Gedanken wert sein zu fragen», ob die katholische Kirche Frauen zu Priesterinnen weihen könnte. Sie müsse jetzt «Antworten, die ihre Plausibilität verloren haben, grundsätzlich (und nicht nur pragmatisch) neu durchdenken».

«Sexismus»

Katholikinnen fordern seit langem die Weihe von Frauen zu Priesterinnen. Vor einem Jahr machte das Netzwerk «Women’s Ordination Conference» mit der Kampagne «Einige Frauen gehorchen nicht» in Rom auf dieses Anliegen aufmerksam. Rund um den Vatikan hängten Aktivistinnen Plakate mit Porträts von Frauen auf, die sich zu Priesterinnen weihen liessen und deshalb von der katholischen Kirche exkommuniziert wurden. Die Kirche müsse die Diskriminierung von Frauen endlich beenden und ihnen Zugang zu allen katholischen Weiheämtern ermöglichen, sagte Kate McElwee, Ko-Leiterin der «Women’s Ordination Conference», gegenüber italienischen Medien. Es gebe kein theologisches Argument für den Ausschluss der Frauen von den Weiheämtern. Es sei «Sexismus», wenn die Kirche Frauen den Zugang zu Weiheämtern und Entscheidungspositionen weiterhin verwehre.

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